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Informationen und Hintergründe zum Kirchenjahr

vgl. auch Kirchliche Sonn- und Feiertage (Übersicht)


Das Kirchenjahr beginnt anders als das Kalenderjahr am 1. Advent, also Ende November oder Anfang Dezember, denn die Adventszeit steht im Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest. Sie bereitet es vor. Das Kirchenjahr endet dementsprechend am Sonntag vorher, dem Ewigkeitssonntag (oder Totensonntag).
Anders als das Kalenderjahr ist auch, dass sich das Kirchenjahr verändert, d. h. einige Feste werden zu verschiedenen Zeiten gefeiert – Sie kennen das von Ostern, Pfingsten und Fastnacht. Das hängt mit dem wechselnden Ostertermin zusammen. Vor sehr langer Zeit schon wurde festgelegt, dass Ostern immer am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert wird. Das kann zwischen dem 21. März und dem 24. April sein, je nach den astronomischen Gegebenheiten.
Eine Reihe von anderen Festen sind von Ostern abhängig. Christi Himmelfahrt ist 40 Tage nach Ostern, Pfingsten 50 Tage nach Ostern, wobei nach orientalischer Sitte erster und letzter Tag mitgezählt werden. Dann kommt man bei 50 Tagen auf genau sieben Wochen.
Gut sieben Wochen vor Ostern beginnt die Passionszeit, immer am Aschermittwoch. Sie bereitet mit Einkehr und Fasten auf die Karwoche, die Woche des Leidens Jesu vor. Die letzten Tage vor Aschermittwoch, die Fastnacht (Fasching, Karneval) sind eine Art Abschiedsfeier von der Freudenzeit.
Weihnachten liegt, anders als Ostern, an einem festen Tag, dem 25. Dezember. Da man im Orient – wo das Christentum ja seinen Ursprung hat – die Tage von Abend bis Abend rechnet, beginnt das Fest nach unserer Rechnung schon am Abend des 24., dem Heiligen Abend.
Vom Weihnachtsfest abhängige Feste gibt es nur wenige, allen voran aber die vier Adventssonntage. Allenfalls Epiphanias am 6. Januar (»Heilige Drei Könige«) ist hier noch zu nennen.
Mit dem Trinitatisfest am Sonntag nach Pfingsten beginnt die so genannten festlose Zeit. Erst am Ende des Kirchenjahres gibt es wieder einige feste Sonntage, der vorletzte (»Volkstrauertag«) und letzte Sonntag (Ewigkeitssonntag, Totensonntag) des Kirchenjahres mit dem Buß- und Bettag am Mittwoch dazwischen.
Ausnahmen sind das Erntedankfest (normalerweise am Sonntag nach dem Michaelistag, dem 29. September) und der Reformationstag am 31. Oktober.
Nicht nur die Festtage, auch jeder Sonntag hat einen Namen. Zu jeden Sonn- und Feiertag gibt es bestimmte Bibellesungen, die in sechs Reihen geordnet sind (sie sind bei den Kirchlichen Sonn- und Feiertagen verzeichnet). Aus einer dieser Reihen (jedes Jahr eine neue) stammt üblicherweise der Predigttext (2005/2006 ist es die Reihe IV). Dazu treten bestimmte Psalmen und Lieder und ein Wochenspruch (aus der Bibel). All das gibt jeden Sonn- und Feiertag sein eigenes Thema. Oft sind damit auch bestimmte Traditionen und Bräuche verbunden.
Zu den verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres gehören auch so genannten liturgische Farben, mit denen Altar, Kanzel und Lesepult in den Kirchen gekennzeichnet sind – in katholischen Kirchen auch das Gewand des Priesters selbst. Sie haben eine Art Signalwirkung und eine theologische Bedeutung. Sie sind auch in der Tabelle hier der Kopfzeile des betreffenden Sonn- oder Feiertags zugeordnet.
   

Die liturgischen Farben sind:
 
weiß
die Farbe Jesu Christi
die Farbe der Reinheit
kennzeichnet alle hohen Feiertage und alle die Sonntage, die in besonderem Maße mit Jesus Christus zu tun haben

Weihnachten, Ostern und jeweils die Zeit danach, Christi Himmelfahrt, Gründonnerstag, Ewigkeitssonntag und einige andere

violett
die Farbe der Vorbereitung
die Farbe der Buße
kennzeichnet alle Sonn- und Feiertage, die mit Buße, mit Einkehr und Vorbereitung zu tun haben

Adventszeit, Passionszeit als Vorbereitungszeit auf Weihnachten bzw. Ostern, Buß- und Bettag

rot
die Farbe des Feuers
die Farbe des Blutes
kennzeichnet alle Feste, die mit der Kirche zu tun haben (wegen der roten Farbe des Blutes, das die Märtyrer der frühen Kirche vergossen haben)

Pfingsten, Reformationstag, aber auch andere Kirchenfeste wie Konfirmation, Einführungen von Pfarrerinnen und Pfarrern, Gemeindefeste u. Ä.

schwarz
die Farbe des Todes
die Farbe der Trauer
kennzeichnet den Tod und die Trauer

Karfreitag und Karsamstag

grün
die Farbe der Natur
kennzeichnet die festlose Zeit

alle übrigen Sonn- und Feiertage

 

Michael Ebersohn;
Die kurze Themenbeschreibung des Sonn- oder Feiertags (vor dem Wochenspruch)
stammt aus der Agende I der EKKW, Kassel 1996
Texte der Auslegungen zu den Wochensprüchen: Michael Ebersohn,
unter Verwendung von: Heinz Perschke, Die Wochensprüche, Göttingen ²1989)

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